Wie sorgen Sie in Präsentationen und Auftritten für einen souveränen Vortrag: 3 Faktoren emotionaler Kontrolle. Natürlich ist Inhalt wichtig. Dafür, wie Zuhörer Inhalt aufnehmen und wie Sie überzeugen, spielen wenige wichtige inhaltsfreie Faktoren als rhetorische Mittel eine entscheidende Rolle. In Expertenkreisen ist schon länger klar, dass die Vernunft bei Entscheidungen, bei Kommunikation und beim Handeln keine allzu große Rolle spielen.

Menschen entscheiden emotional. Haben Sie eine Uhr?

„Vor gar nicht langer Zeit wurde im Rahmen einer groß angelegten Befragung zum Thema Uhrenkauf folgende Aussage geboten: „Das Wichtigste ist doch, dass eine Uhr die genaue Zeit anzeigt.“ 74 Prozent der Befragten antworteten darauf mit Ja. Soweit okay. (…)  74 von 100 Personen müssten Uhren tragen, die weniger als 10 Euro kosten. (…) Würden wir rein rationale Entscheidungen treffen, hätten teure Uhren kaum eine Existenzberechtigung. Doch das Gegenteil ist der Fall. Und warum? Wenn Menschen kaufen, sind immer auch Gefühle im Spiel.“ [i]

Vortrag: 3 Faktoren emotionaler Kontrolle und die Sonne

Das zeigt sich in unserer Sprache. Wir sagen heute noch die Sonne geht auf oder die Sonne geht unter. Das ist nach aktuellen Erkenntnissen völliger Unsinn (rational betrachtet), denn wie wir heute wissen, dreht sich die Erde um die Sonne und nicht umgekehrt. Mit Ratio haben weder die Formulierungen noch unsere Haltung dazu etwas zu tun. Halten wir uns also immer noch für den Mittelpunkt des Universums?

Emotionen bestimmen einen Großteil unserer Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsprozesse und spielen in nahezu allen Bereichen menschlicher Existenzerfahrung eine wichtige Rolle. (…) Mit sprachlichen Äußerungen werden Emotionen ausgedrückt und benannt, geweckt, intensiviert sowie konstituiert. Das Verhältnis von Kognition (Wahrnehmungsprozesse, der Autor), Sprache und Emotion, (…) ist einer der wichtigsten Phänomenbereiche, wenn man den menschlichen Geist umfassend erklären will.“[ii]

„Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen.“ Galileo Galilei

Eine Geschichte emotionale Hemmnisse

Sommer 2014. Ich verhandle mit einem Trainerkollegen über eine Zusammenarbeit. Es geht darum, für ihn gegen Honorar ein Marketingkonzept zu entwerfen, umzusetzen und Akquise und Neukundengewinnung zu übernehmen. Die Verhandlungen ziehen sich über drei Monate hin. Er kann sich jedoch einfach nicht entscheiden. Weder für die Aussage „ich mache das nicht“, noch für die Aussage „legen wir los“.

Vorgeschobene Sachargumente

Dabei führt er immer wieder Sachgründe an, warum er zu keiner Entscheidung kommen kann. Dazu gehören beispielsweise: „Ich stehe vor einigen Projekten, da muss ich vorfinanzieren“, „Das muss erst noch finanziell geprüft werden“, etc. Ein Finanzcheck kann schnell gehen. Prüfen des vorhandenen Kapitals, abschätzen der zu erwartenden Einnahmen, gegenrechnen der Ausgaben für unsere Zusammenarbeit, Strich darunter: Entscheidung. So einfach scheint es aber nicht zu sein.

Aufschieben wegen unsicherer Gefühlslage

Es geht ihm zu diesem Zeitpunkt eher darum, sicher zu sein, ob er die Zusammenarbeit wirklich will oder nicht. In unseren Gesprächen kann ich ihm jedenfalls nicht die Sicherheit vermitteln, die eine Entscheidung für ihn möglich macht. Im Nachhinein betrachtet lag das an meiner eigenen Unsicherheit damals – ich wollte den Auftrag unbedingt, ich brauchte das Geld – das macht übereifrig, unsicher und wenig souverän. Mein Gesprächspartner spürte das tat das, was menschen dann meistens tun: nichts.

Unsicherheit, Unklarheit, Ängste

Viele Entscheidungen werden nicht getroffen, weil man nicht weiß, was man genau will oder weil einen der Gesprächspartner „irgendwie“ verunsichert. Daraus folgen Unklarheit und Verwirrung und in gewisser Weise auch Ängste. Eine recht emotionale Angelegenheit.

Vortrag: 3 Faktoren emotionaler Kontrolle – Ihr Zustand als Redner

Den Emotionen kommt also in jeder Form der Kommunikation eine große Bedeutung zu. „Warum manche Menschenführer und andere Anhänger werden (…), hat wenig zu tun mit Kenntnissen und Fähigkeiten, sondern vielmehr mit körperlichen Eigenschaften und der Art und Weise wie jemand bestimmte emotionale Reaktionen in anderen auslöst.“[iii]

Kommunikationswirkung hängt größtenteils von unbewussten und emotionalen Faktoren ab. Diese Faktoren zu beeinflussen, fördert überzeugende Gespräche, Präsentationen und Vorträge. Deshalb – Vortrag: 3 Faktoren emotionaler Kontrolle. Es kommt darauf an, welche Gefühle Sie beim Publikum auslösen und wie Sie die Zuhörer als Person wahrnehmen. Die gute Nachricht: Ohne Seminare zu besuchen, können Sie mit einfachen Mitteln im Vortrag mit den 3 Faktoren emotionaler Kontrolle gut abschneiden – Mit guten Rhetorik-Seminaren natürlich noch viel besser.

Rhetorik: 1,5 Millionen Jahre Übung

Sie haben Kommunikationskompetenz in den Genen. Forscher entdeckten erst vor wenigen Jahren ein Sprachgen, dass nur wir Menschen besitzen sollen. Wir üben Kommunikation seit ein paar hunderttausend Jahren, Anthropologen behaupten sogar seit rund 1,5 Millionen Jahren.

1,5 Millionen Jahre „Seminar“ – das sollte doch ausreichen, um einigermaßen gut mit Kommunikation klar zu kommen. Zumal laut maßgeblichen Experten Kinder in der Sprach- und Kommunikationsentwicklung die evolutionären Schritte im Zeitraffer nachvollziehen, also auf recht umfangreiches „Wissen“ der menschlichen Entwicklungsgeschichte zurückgreifen können. Natürlich helfen Wissen und vor allem das Üben von Kommunikationskompetenzen besonders im „oft seltsamen“ Business-Kontext, denn nicht jeder ist mit Kommunikationstalent gesegnet. Die Meisten haben eine gute Grundausstattung mitbekommen. Hilfreich Für Präsentation und Vortrag: 3 Faktoren emotionaler Kontrolle

3 einfache Tricks für einen souveränen Auftritt

  • Ihr Zustand: Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen in Vorträgen, Präsentationen und wichtigen Gesprächen gut geht. Denn dann werden Sie automatisch positiver wahrgenommen als ein grantiger Miesepeter. Das beeinflusst die Beziehungsebene und die Emotionen günstig – alles ist Beziehung
  • Signal Offenheit: Achten Sie auf Ihr Gegenüber oder die Gruppe, je nach Kommunikationsanforderung. Signalisieren die angesprochenen Menschen verbal oder körpersprachlich „Offenheit und Sympathie“ (echtes Lächeln, Lachen, offene Haltung, Blickkontakt) – erkennbar unter anderem über natürlichen Blickkontakt und Aufmerksamkeit – Fragen Sie interessiert nach.
  • Zugängliches Stimmmuster: Wenn nicht gerade alles passt, ändern Sie vor allem Ihre Stimmlage und Körperhaltung. „Singen“ Sie mehr (zugängliches Stimmmuster), lockern Sie Ihre Haltung und bewegen Sie sich horizontal – achten Sie auf natürliche und positive Mimik und Gestik (Stellen sie sich Ihr Publikum positiv vor).

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[i] https://www.anneschueller.de/files/readyweb/download/Presse_Resonanz_offline/AS/2014/UnternehmerWissen-emotionales-Verkaufen.pdf
[ii] https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/8021/file/Schwarz_Friesel_Sprache_Kognition_und_Emotion_2008.pdf
[iii] Antonio Damasio: Der Spinoza Effekt, 2003, Seite 61
Buchtipp – Jürgen Zirbik: Rhetorik für Chefs. Hier klicken zum E-Book
Bildnachweis: 123rf.com #38394624_l

 

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