Empathie – Einfühlungsvermögen – entsteht fast automatisch, wenn Sie sich im Vorfeld Gedanken zu einer Person nach den logischen Ebenen machen. Nach einfachen Fragen in fester Reihenfolge erkennen Sie Einfühlungsvermögen, also Empathie. Fünf Fragen aus der Coachingpsychologie lassen Sie Menschen vorab erkennen und das Ruder in Gesprächen übernehmen!

Die richtigen Fragen fördern Empathie

Der Prozess, sich in andere einzufühlen, wird auch als Assoziieren bezeichnet. Denn damit können Sie sich in die andere Person, in mehrere Personen oder auch ein typisches Publikum hineinversetzen. Sie erkennen, in welcher Gefühlslage sich diese Personen befinden und wie sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade ticken.

Die Fragen der psychologischen Ebenen

  • Umwelt: Wo befindet sich die Person, das Publikum?
  • Handeln: Was tut die Person, das Publikum?
  • Fähigkeiten: Was kann die Person, das Publikum, gut?
  • Werte: Was ist der Person, dem Publikum, wichtig?
  • Identität und Empathie: Wer ist die Person, das Publikum?

„Das Modell der logischen Ebenen (…) dient verschiedensten Zwecken. Es kann beispielsweise zur Beschreibung der Dimensionen eines Problems oder eines Ziels verwendet werden. In der Zielarbeit kann es nützlich sein, die verschiedenen Ebenen explizit anzusprechen. Gleiches gilt für die Konfliktvermittlung. Robert Dilts (amerikanischer Trainer, Entwickler der logischen Ebenen, der Autor) interpretiert sein Modell der logischen Ebenen als Aussage über die Funktionsweise des Gehirns. Übergeordnete Ebenen (z.B. Glaubenssätze) organisieren die Informationen auf den darunter liegenden Ebenen (z.B. Verhalten). Jede Änderung auf einer höheren Ebene verändert nach Dilts Dinge auf darunter liegenden Ebenen.“[i]

Stellen Sie diese Fragen in Richtung einer Person, einer Gruppe oder eines Publikums, bringt Ihnen das Charakter, Eigenarten, Typisches, Besonderes und Augenscheinliches strukturiert näher. Probieren Sie es aus. Sie werden überrascht sein.

Empathie zum Vorbereiten wichtiger Gespräche

Im neurolinguistischen Programmieren (NLP) gibt es ein Format, einen Prozess, mit dem man Gespräche durch Einnehmen der Position des späteren Gesprächspartners vorwegnehmen kann. Das Format heißt „Meta-Mirror“. Das Besondere ist, dass man sich schon vor dem Gespräch in den Gesprächspartner versetzt – sozusagen eine echte Empathie-Übung mit Fernwirkung durchführt. Der Gesprächspartner ist ja nicht anwesend. Also nutzen Sie Ihre Fantasie, Ihre Erfahrungen und Intuition und die psychologischen Ebenen, um sich in den Gesprächspartner versetzen und Empathie entwickeln zu können.

Coaching-Psychologie nutzen

„Im Meta-Mirror trittst Du einen Schritt zurück und erlebst, wie das Problem, dass Du mit anderen Menschen erfährst, in Wirklichkeit nur Spiegel Deiner eigenen inneren Kommunikation ist. Es ist nicht die andere Person, die Quelle oder Lösung des Problems ist. Ausgehend von dieser Einsicht kannst Du Dein inneres System neu ordnen. Mit dieser Neuordnung verändern sich oft ebenfalls das äußere System und so die Beziehung zu anderen.“[ii]

Man „spielt“ das Gespräch, indem man beide Rollen abwechselnd einnimmt. In den Gesprächspartner assoziiert, also versetzt man sich, durch einen psychologischen Prozess, durch den der Coach führt. Man betrachtet den Gesprächspartner, indem man sich über Fragen der psychologischen Ebenen mit ihm intensiv auseinandersetzt und sich in ihn hineinversetzt.

Vorbereitung, die Lösungen liefert

Wenn Sie das Gespräch ein, zwei Mal durchgespielt haben, wird nicht nur das Gespräch anders verlaufen. Denn im „Spiel“ entdecken Sie Muster, die häufig bei Gesprächen mit dieser Person oder solchen Personen (Chef, Partner, Kinder) auftreten. Das ist quasi die höhere Kunst der Empathie als rhetorische Mittel.

Mit dem Partner oder der Partnerin landen Sie bei bestimmten Themen immer wieder an der gleichen Stelle im Streit, in Frust oder in Wut. „Er/Sie versteht mich einfach nicht“. Bestimmte Formulierungen oder Gesten des Chefs oder eines Kunden bringen Sie quasi auf Knopfdruck zum Platzen – Press the Button.

Da Sie in der Gesprächssituation Teil des „Systems“ sind, können Sie diese Negativ- oder Hemmmuster auch nicht durchbrechen. Wenn Sie das Gespräch vorher durchspielen, sind Sie dissoziiert, also außerhalb, und können Lösungen finden. Sie werden auch Gesprächspartner, Meetingteilnehmer oder ein Publikum mit anderen Augen sehen. Sie sind ja schon ein paar Meter „in seinen oder ihren Schuhen gelaufen“ und können sich in deren Situation einfühlen, also Empathie entwickeln – frei nach der indianischen Redensart:

„Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist.“ Indianische Redensart

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[i] Quelle: http://www.nlp-institutes.net/Artikel/Hinrichs-Graves-Logische-Ebenen.pdf
[ii] http://nlpportal.org/nlpedia/wiki/Metamirror, 25.05.2012
Bildnachweis: 123rf.com #46531402_xl

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